Humboldt Explorers in Mexiko-Stadt

Bildquelle: Webseite der Deutschen Auslandsschule Alexander von Humboldt, Lomas Verdes
Auslandsbericht zum Praxissemester an der Deutschen Auslandsschule Alexander von Humboldt in Mexiko-Stadt von Hannah Schultz
Hallo ihr lieben Humboldt-Explorers-Interessierten und herzliche Grüße aus dem warmen Mexiko!
Im Rahmen meines Praxissemesters für den Master of Education hatte ich für fünf Monate die Möglichkeit, unterrichtspraktische Erfahrungen an der deutschen Auslandsschule Alexander von Humboldt in Lomas Verdes zu sammeln. Hier konnte ich nicht nur Eindrücke über den Schulalltag sammeln, sondern auch die pflanzliche Artenvielfalt rund um Mexiko-Stadt kennenlernen und das Projekt Humboldt-Explorers für eine mögliche Kooperation vorstellen. Wie eine künftige Internationalisierung der Humboldt-Explorers aussehen könnte und was mir auf meinen Reisen noch so passiert ist, möchte ich in diesem Reisebericht gern mit euch teilen.
Mexiko-City eine Megastadt
Mein Auslandsaufenthalt startete Anfang September 2024. Zu dieser Zeit ist in Mexiko-Stadt Regenzeit, und das lässt sich die Stadt nicht zweimal sagen. Von Juni bis Mitte Oktober gibt es hier fast täglich starke Regenschauer, die spätestens am Nachmittag einsetzen und teilweise von grollendem Donner begleitet werden, der die umliegenden Vulkane erzittern lässt. Ein positiver Nebeneffekt des Regens ist neben der Bewässerung von Pflanzen auch die Reduzierung des Smogs in der Megastadt. Obwohl Mexiko-Stadt von der Fläche her weniger als doppelt so groß ist wie Berlin, leben hier fast 18 Millionen Einwohner, was mehr als die vierfache Einwohnerzahl Berlins ist.
Im Landeanflug auf die Stadt hatte ich das Glück die Megacity mit ihrer beeindruckenden Weite und den eindrucksvollen Vulkanen am Stadtrand von oben zu sehen. Die Stadt selbst liegt auf 2.240 Metern Höhe und ist von mehr als acht Vulkanen umgeben. Der aktive Vulkan Popocatépetl und der inaktive Vulkan Iztaccihuatl überragen die Stadt mit einer Höhe von über 5.400 Metern. Zwischen dem pulsierenden Lärm der Großstadt, den Vulkanen und den donnernden Gewitterwolken waren es eindrucksvolle erste Wochen.

Der Landeanflug auf Mexiko-Stadt
Die Deutsche Auslandsschule Alexander von Humboldt in Lomas Verdes

Uhrzeiten im Schulgebäude Lomas Verdes
Trotz des vielen Regens gab es fast jeden Morgen Sonne und eine Lufttemperatur zwischen 22-24° C. Der Campus der Schule befindet sich am Stadtrand im Norden, und in den frühen Morgenstunden konnte man die aufgehende Sonne über den umliegenden Vulkanen der Stadt bewundern. Der Schulcampus in Lomas Verdes ist der Standort für die Klassen 7 bis 12 der gymnasialen Sekundarstufe I und II. Hier können die Lernenden das Deutsche Internationale Abitur (DIA), den mexikanischen Abschluss Bachillerato Alemán UNAM (BAU) und den Bachillerato por el Colegio Ciencias y Humanidades (CCH) erlangen oder mit dem mittleren mexikanischen Schulabschluss sowie einem deutschen Real- oder Hauptschulabschluss die Schule verlassen. Die Begegnungsschule hat durch ihre über 130-jährige Tradition einen fundierten Fokus auf Bikulturalität und Dreisprachigkeit. Die deutsche und die mexikanische Kultur treffen hier täglich aufeinander. Das ließ sich vor allem an den unterschiedlichen Feiertagen deutlich spüren. Während meiner Zeit an der Schule konnte ich die Feier zum Unabhängigkeitstag von Mexiko, den Tag der Deutschen Einheit, das Oktoberfest, den Tag der Toten und Weihnachten miterleben. Zu dem einen Fest gab es einen Piñata-Wettbewerb und Tacos, bei einem anderen wurden die deutsche Nationalhymne gesungen und Brezeln gegessen oder der mexikanische Grito zelebriert. Doch auch im Unterricht ließ sich die Bikulturalität täglich spüren.


Schulgelände und Gebäude der Deutschen Auslandsschule Alexander von Humboldt Lomas Verdes
Für den Unterricht orientiert sich die Schule am Rahmenlehrplan von Baden-Württemberg, an den Vorgaben des Bildungssenats von Mexiko und an einem schulinternen Curriculum. Die Unterrichtssprache ist in den meisten Schulfächern Deutsch, mit einigen Ausnahmen wie Ethik und Geografie in den Klassenstufen 7 bis 9. Hier war es für mich vor allem im Fach Ethik spannend, die unterschiedlichen Anforderungen und Unterrichtsinhalte des deutschen Lehrplans sowie die Vorgaben des Bildungssenats von Mexiko zu vergleichen. Ungefähr 80 Prozent der Schüler:innen sprechen Spanisch als Muttersprache und lernen seit der Grundschule Deutsch als Fremdsprache (DaF) oder Zweitsprache (DaZ). Es gibt jedoch auch Klassen, in denen der Fokus stärker auf der Sprachbildung liegt, sodass hier Schüler:innen am Unterricht teilnehmen können, die erst zu einem späteren Zeitpunkt Deutsch lernen oder noch gezielte Unterstützung brauchen. Zusätzlich gibt es Sprachunterricht in Deutsch und Spanisch für Lernende, die einen intensiven Sprachkurs benötigen.
Alle Schüler:innen haben ab der dritten Klasse eigene Tabletts, mit denen die Unterrichtszeit überwiegend digital gestaltet wird. Die meisten Arbeitsaufträge, Arbeitsblätter und Hausaufgaben werden digital gespeichert, sodass Transparenz über die Lerninhalte besteht. Jede Klasse ist mit einem Beamer und einem Whiteboard ausgestattet, und die Schüler:innen haben ab der 7. Klasse Informatikunterricht. Die Schule ist eine MINT-freundliche Schule mit ausgezeichneter technischer Ausstattung.
Das Projekt Humboldt Explorers geht international

Präsentation des Projektes Humboldt-Explorers im Lehrerzimmer der deutschen Auslandsschule.
Als Mitarbeiterin der Humboldt-Explorers war es für mich daher auch ein Anlass, dieses Projekt in der Schule vorzustellen, um nach Möglichkeiten für eine Internationalisierung Ausschau zu halten. Eine Teilnahme der Schule am Projekt Humboldt-Explorers wäre durch die vorhandene technische Ausstattung problemlos möglich. Die Lernenden könnten über ihre eigenen Tablets auf die Webseite der Humboldt-Explorers zugreifen und so den Zugang zu den Lerneinheiten erhalten. Da in der Schule regelmäßige Lehrerfortbildungen in Form von Vorträgen aus dem Kollegium stattfinden, konnte ich das Projekt Humboldt-Explorers während einer dieser Fortbildungen den MINT-Lehrkräften vorstellen, Möglichkeiten zur Zusammenarbeit aufzeigen und eine Lehrkräftebefragung durchführen. Gemeinsam mit den Projektleitenden haben wir über Kooperationsmöglichkeiten und Fragen nachgedacht, die eine Internationalisierung des Projektes vorantreiben könnten.
An der Befragung nahmen fünf Lehrkräfte aus dem MINT-Bereich teil. Zwei Lehrkräfte gaben an, sich für die Nutzung der digitalen Lerneinheit im Unterricht und für die Programmierung einer eigenen SenseBox zur Teilnahme am Citizen Science Projekt zu interessieren. Drei Lehrpersonen interessierten sich auch für die Nutzung der Messdaten der OpenSenseMap. Bezüglich einer möglichen Integration des Projektes gaben die Befragten Lehrpersonen die Fachbereiche Informatik, Biologie (Artenvielfalt), Geografie, Informatik und MINT-Fächer allgemein an.
Gelobt wurden vor allem die Funktionen der Lernvideos und die Möglichkeit, die Informationstexte auch als Audio abzuspielen. Insgesamt zeigten sich drei der MINT-Lehrkräfte an einer Kooperation interessiert. Für die Lehrkraft im Fach Informatik war vor allem das Zusammenbauen und Programmieren einer eigenen SenseBox von Interesse. Dies kann mit dem Programm Blockly während des Informatikunterrichts unter Anleitung der Lehrkraft stattfinden. Hierfür wünschte sich die Schule ein Skript als Anleitung oder Video-Tutorials zur Programmierung der SenseBoxen. Weiterhin wäre eine Kostenaufstellung zur Bestellung der SenseBoxen und eine Ansprechperson des Projektes hilfreich, die für Fragen zur Verfügung steht. Drei der Befragten MINT-Lehrkräfte konnten sich ein fächerübergreifendes Schulprojekt vorstellen, das sich mit der Programmierung, der Installation verschiedener Sensoren, der Datenerhebung und Datenanalyse beschäftigt. Alle Lehrpersonen gaben an, eine Ansprechperson für eine Einweisung und für Rückfragen zu benötigen, die beispielsweise über Zoom erreichbar ist. Zusätzlich wurde angemerkt, dass die Vorbereitungszeit für den Unterricht für die Lehrpersonen so kurz wie möglich gehalten werden sollte.
Möglichkeiten zur Kooperation
Da die Deutsche Auslandsschule Alexander von Humboldt über eine ausgezeichnete technische Ausstattung verfügt, wäre die technische Umsetzung eines neuen Standortes für das Citizen Science Projekt Humboldt-Explorers möglich. Die Standortbedingungen sind für die Datenerhebung innerhalb des Projektes ebenfalls vorteilhaft. Für die Lerneinheit zum Geräuschpegel im Fachbereich Physik bietet der Schulhof verschiedene Schall reflektierende, absorbierende und streuende Oberflächen, die für die Durchführung der Lerneinheit vorteilhaft sind. Der Schulgarten, die zum Schulgelände gehörende Begrünung bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten für die Lerneinheit der Biologie zum Thema pflanzliche Artenvielfalt. Die derzeit in Planung befindlichen Lerneinheiten zum Thema Feinstaubbelastung und städtischer Wärmeinseleffekt sind für diesen Schulstandort ebenfalls spannend, da die Schule am Rande von Mexiko-Stadt liegt. Es wäre interessant die Feinstaubbelastung vor Ort über die verschiedenen Jahreszeiten zu messen. So könnte beispielsweise überprüft werden, ob die Regenzeit tatsächlich einen lokalen positiven Effekt auf die Feinstaubbelastung in der Luft hat oder zu welcher Jahres- oder Tageszeit die Belastung am höchsten ist. Da Mexiko-Stadt als Megacity ein gutes Beispiel für den städtischen Wärmeinseleffekt ist, wäre auch diese Lerneinheit für die Schule und für die Lernenden interessant. Hier könnten die Schüler:innen auf die Städteplanung ihrer Hauptstadt eingehen und diese mit der Städteplanung in Berlin vergleichen. Klima, Feinstaubbelastung und pflanzliche Artenvielfalt sind sowohl lokale als auch globale Phänomene. Durch eine Kooperation mit der deutschen Auslandsschule und der Internationalisierung des Projektes Humboldt-Explorers könnten die Lernenden verschiedener Länder mit eigens gesammelten, internationalen Daten arbeiten und diese Phänomene digital miteinander erforschen. Dies fördert nicht nur 21st Century Skills, sondern auch den internationalen Austausch in Umweltfragen, der für diese Themen von großer Bedeutung ist. Insgesamt kann ich sagen, dass eine Kooperation mit der Deutschen Auslandsschule Alexander von Humboldt in Mexiko-Stadt nicht nur möglich, sondern auch für beide Seiten bereichernd sein könnte.

Durchführung eines Experiments im Biologieunterricht
Da die Deutsche Auslandsschule Alexander von Humboldt über eine ausgezeichnete technische Ausstattung verfügt, wäre die technische Umsetzung eines neuen Standortes für das Citizen Science Projekt Humboldt-Explorers möglich. Die Standortbedingungen sind für die Datenerhebung innerhalb des Projektes ebenfalls vorteilhaft. Für die Lerneinheit zum Geräuschpegel im Fachbereich Physik bietet der Schulhof verschiedene Schall reflektierende, absorbierende und streuende Oberflächen, die für die Durchführung der Lerneinheit vorteilhaft sind. Der Schulgarten, die zum Schulgelände gehörende Begrünung bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten für die Lerneinheit der Biologie zum Thema pflanzliche Artenvielfalt. Die derzeit in Planung befindlichen Lerneinheiten zum Thema Feinstaubbelastung und städtischer Wärmeinseleffekt sind für diesen Schulstandort ebenfalls spannend, da die Schule am Rande von Mexiko-Stadt liegt. Es wäre interessant die Feinstaubbelastung vor Ort über die verschiedenen Jahreszeiten zu messen. So könnte beispielsweise überprüft werden, ob die Regenzeit tatsächlich einen lokalen positiven Effekt auf die Feinstaubbelastung in der Luft hat oder zu welcher Jahres- oder Tageszeit die Belastung am höchsten ist. Da Mexiko-Stadt als Megacity ein gutes Beispiel für den städtischen Wärmeinseleffekt ist, wäre auch diese Lerneinheit für die Schule und für die Lernenden interessant. Hier könnten die Schüler:innen auf die Städteplanung ihrer Hauptstadt eingehen und diese mit der Städteplanung in Berlin vergleichen. Klima, Feinstaubbelastung und pflanzliche Artenvielfalt sind sowohl lokale als auch globale Phänomene. Durch eine Kooperation mit der deutschen Auslandsschule und der Internationalisierung des Projektes Humboldt-Explorers könnten die Lernenden verschiedener Länder mit eigens gesammelten, internationalen Daten arbeiten und diese Phänomene digital miteinander erforschen. Dies fördert nicht nur 21st Century Skills, sondern auch den internationalen Austausch in Umweltfragen, der für diese Themen von großer Bedeutung ist. Insgesamt kann ich sagen, dass eine Kooperation mit der Deutschen Auslandsschule Alexander von Humboldt in Mexiko-Stadt nicht nur möglich, sondern auch für beide Seiten bereichernd sein könnte.
Das Fazit
Ich bin sehr dankbar für das Interesse und die Unterstützung durch die Lehrkräfte vor Ort und für die Möglichkeit, die Schule auch aus der Perspektive des Projektes Humboldt-Explorers kennengelernt zu haben. Ich behalte vielfältige kulturelle Eindrücke, Traditionen, Feste und eine atemberaubende Landschaft in Erinnerung. Zwischen pulsierender Großstadt mit dröhnendem Donner, rauchenden Vulkanen, rhythmischen Trommeln, leckerem Essen, beeindruckender Artenvielfalt, einer inspirierenden kulturellen Vielfalt und stets herzlichen Menschen fühlte ich mich nicht nur willkommen, sondern wie in einem zweiten Zuhause.
Ich freue mich auf ein Wiedersehen! Saludos de Berlín y hasta pronto,
Hannah





Humboldt Explorers goes International
Ein Kurzbericht zu einem Forschungsprojekt zur Lärm- und Feinstaubbelastung an der Christlichen Deutschen Schule Chiang Mai, Thailand von Passlida Saila

Bildquelle: Facebookseite der CDSC
Praxissemester im Master of Education an der HU Berlin
Im Rahmen meines Masterstudiums absolvierte ich vom 1. September 2024 zum 31. Januar 2025 mein Praxissemester an der Christlichen Deutschen Schule Chiang Mai (CDSC) in Thailand.
Zu meinen Aufgaben zählten die Planung und Durchführung eigener Unterrichtseinheiten, Hospitationen in verschiedenen Fächern sowie die Umsetzung eines Lernforschungsprojekts (LFP). Meine bisherigen Erfahrungen im Projekt Humboldt-Explorers, sowohl in der Konzeption und Erstellung von Lerneinheiten als auch in den Durchführungen dieser an unterschiedlichen Berliner Schulen, halfen mir erheblich bei der Vorbereitung und Umsetzung meines Unterrichts. Darüber hinaus ermöglichten sie mir, ausgewählte Lerneinheiten des Projekts an einer Auslandsschule im Rahmen eines Pilotenversuchs erproben.
Neben den universitären Vorgaben nahm ich aktiv am schulischen Leben teil: Ich besuchte Dienstbesprechungen und Schulkonferenzen, begleitete Wandertage und Schulveranstaltungen und engagierte mich gemeinsam mit Volontärinnen in der Leitung von Sport-AGs.
Christliche Deutsche Schule Chiang Mai (CDSC)

Abbildung 1: Schulgelände
Bildquelle: Googlemaps
Zwischen den Gebäuden A und B befindet sich ein Klettergerüst, das während der Mittagspause häufig von Grundschüler:innen und auch während der Unterrichtszeiten von Kindergartenkindern genutzt wird.
Besonders lebendig geht es in den Hofpausen und während der versetzten Mittagspausen zu, sei es am Klettergerüst, auf dem Sportplatz oder auf den Skateboards vor der Aula.
Diese offenen Pausenzeiten sorgen zwar für Bewegung und Ausgleich, führen aber auch zu einem hohen Geräuschpegel, der den Unterricht, insbesondere in den benachbarten Räumen, durchaus beeinträchtigen kann.
Ein weiteres prägendes Thema an der CDSC ist die Luftqualität in Chiang Mai. Während der sogenannten „Burning Season“ von Februar bis April ist die Luftverschmutzung teils gesundheitsgefährdend hoch. Die Stadt liegt in einem Talkessel, wodurch die Schadstoffe, etwa aus der landwirtschaftlichen Brandrodung oder dem Verkehr, nicht abziehen können. So wurde die Stadt Chiang Mai beispielsweise am 29. März 2025 erneut zur Stadt mit der weltweit höchsten Luftbelastung erklärt (siehe The Nation, letzter Zugriff: 30. Juni 2025).
Um die Gesundheit der Schüler:innen zu schützen, hat die CDSC drei Luftsensoren auf dem Schulgelände installiert: einen am Gebäude B und zwei in der Aula – einen im Erdgeschoss und einen im oberen Stockwerk. Diese messen alle fünf Minuten die Luftqualität. Der aktuelle Durchschnittswert des Luftqualitätsindexs (LQI, engl. Air Quality Index – AQI) aller drei Sensoren wird auf einem Bildschirm im Aula angezeigt. Dieser kann auch online abgerufen werden (siehe aktueller LQI der CDSC).
Auch der Verlauf der Messungen kann auf einer separaten Webseite einsehbar. Ein Screenshot dieser Seite vom 23. Juli 2025 um 14 Uhr ist in Abbildung 2 dargestellt.
Der sogenannte Luftqualitätsindex (LQI) zeigt, wie stark die Luft verschmutzt ist. Dabei werden nicht nur Feinstaub (PM10 und PM2,5), sondern auch Gase wie Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid und Ozon berücksichtigt.

Abbildung 2: LQI und PM2.5 der CDSC
Quelle: Verlauf der LQI der CDSC
Projekt Humboldt-Explorers
Lärm und Luftqualität sind Themen, die den Alltag der Schüler:innen an der CDSC unmittelbar beeinflussen.
Genau hier knüpften mein Lernforschungsprojekt (LFP) und meine Masterarbeit im Rahmen des Projekts Humboldt-Explorers an.
Geräuschpegel
Im Rahmen meines LFP führte ich an der CDSC eine digitale Lerneinheit zum Thema Geräuschpegel durch, die im Projekt Humboldt-Explorers bereits entwickelt und an vielen verschiedenen Berliner Schulen durchgeführt wurde. Die Einheit wurde an der CDSC in den Klassenstufen 5 bis 7 durchgeführt und hatte das Ziel, den Schüler:innen ein Bewusstsein für Schallquellen im Schulalltag zu vermitteln. Dabei stand neben den physikalischen und akustischen Fachbegriffen, vor allem die Frage im Fokus, wie jede:r Einzelne zur Verbesserung der akustischen Lernumgebung beitragen kann.
Die Durchführung erfolgte mithilfe von Tablets, auf denen die Schüler:innen interaktive Inhalte wie Videos, Quizaufgaben und Schallpegelmessungen bearbeiteten. Trotz kleiner technischer und sprachlicher Herausforderungen, wie etwa instabilem WLAN oder Verständnisschwierigkeiten bei nicht deutschsprachigen Schüler:innen, zeigten sich die Lernenden motiviert und interessiert. Besonders spannend war für viele die praktische Messung der Lautstärke auf dem Schulhof mit einer App und die anschließende Auswertung. Wie in den Abbildungen 3 bis 7 zu sehen ist, kann eine solche Messung auf dem Schulgelände konkret aussehen. *Die bildlich dargestellten Messungen wurden am Wochenende aufgenommen, um keine Personen im Bild zu zeigen.*

Abbildung 3: Einfahrt zur Schule

Abbildung 4: Eingang

Abbildung 5: Flur im Gebäude B

Abbildung 6: Schulhof vor der Mensa

Abbildung 7: Aula
Insgesamt wurde die Lerneinheit von den Schüler:innen als ansprechend erlebt. Zwar wurde der Aufwand eher gering eingeschätzt, das Interesse am Thema war jedoch hoch. Für zukünftige Einsätze könnten die Inhalte noch stärker differenziert und sprachlich angepasst werden, zum Beispiel durch englische Untertitel oder zweisprachige Arbeitsaufträge, um allen Schüler:innen einen besseren Zugang zu ermöglichen.
Feinstaub
Im Rahmen meiner Masterarbeit entwickelte ich den ersten Teil einer neuen digitalen Lerneinheit zum Thema Feinstaub, die derzeit im Projekt Humboldt-Explorers entsteht. Ziel war es, nicht nur fachliches Wissen über Feinstaub und dessen Auswirkungen zu vermitteln, sondern auch die intrinsische Motivation der Schüler:innen durch Diversitätsdarstellungen gezielt zu fördern. Die Lerneinheit bestand aus einem Erklärvideo und interaktiven Quizaufgaben und wurde in den Klassenstufen 9 bis 12 an der CDSC erprobt. Abbildung 8 zeigt beispielhaft eine Quizaufgabe aus der jeweiligen Lerneinheit und veranschaulicht, wie diese aufgebaut war.


Abbildung 8: Eine Quizaufgabe, links ”mit”und rechts ”ohne” Diversitätsdarstellung
Ein besonderes Anliegen war mir dabei die Verknüpfung von Umweltbildung und Vielfalt. Die Lernumgebung zeigt Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen wie Herkunft, Religionen, körperlichen Einschränkungen, Alter und sexuellen Orientierungen, um ein inklusives, wertschätzendes Lernumfeld zu schaffen. Gerade an einer internationalen Schule wie der CDSC, wo Schüler:innen mit verschiedensten kulturellen Prägungen aufeinandertreffen und auch Erfahrungen mit Ausgrenzung vorkommen kann, war es mir wichtig, nicht nur Wissen, sondern auch Haltung zu vermitteln.
Durch die inhaltliche Auseinandersetzung mit einem für die Region besonders relevanten Thema und die repräsentative, lebensnahe Gestaltung sollte die Lernumgebung das Interesse der Schüler:innen wecken. Gleichzeitig sollte die bewusste Darstellung von Vielfalt dazu beitragen, die persönliche Relevanz des Themas zu erhöhen und ein wertschätzendes Lernumfeld zu fördern.
Reflexion
Das Praxissemester an der CDSC war für mich eine bereichernde Erfahrung, fachlich wie persönlich. Der Unterricht in einer internationalen Schulgemeinschaft mit kleinen Lerngruppen ermöglichte mir, intensiv pädagogisch zu arbeiten und flexibel auf unterschiedliche Lernvoraussetzungen einzugehen. Die kulturelle Vielfalt der Schüler:innen und die offene Zusammenarbeit im Kollegium erweiterten meinen Blick auf Schule und Unterricht.
Besonders eindrucksvoll war das starke Gemeinschaftsgefühl an der Schule: Ob bei Festen, sportlichen Aktivitäten oder beim Umgang mit Krisensituationen wie den Fluten, das Miteinander war stets spürbar. Diese Atmosphäre sowie die Unterstützung durch die Lehrkräfte haben mein Verständnis vom Lehrerberuf im internationalen Kontext nachhaltig geprägt.
Die Durchführung meines Lernforschungsprojekts und die Erprobung der Feinstaub-Lerneinheit im Rahmen meiner Masterarbeit boten mir weitere Chancen, digitale Unterrichtsmaterialien praxisnah einzusetzen und konstruktives Feedback zu erhalten. Dabei lernte ich, mit Herausforderungen wie technischen Schwierigkeiten, sprachlichen Barrieren und begrenzter Zeit souverän umzugehen.
Die Erfahrungen aus meinem intensiven Praxissemester nehme ich mit großer Dankbarkeit mit. Sie haben nicht nur meine pädagogische, sondern auch meine persönliche Entwicklung nachhaltig geprägt.


