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Die“gefühlte“ Temperatur
Bisher habt ihr gelernt, wie die „tatsächliche“ Lufttemperatur gemessen wird. Doch für unseren Körper ist nicht nur entscheidend, wie warm die Luft wirklich ist, sondern auch, wie warm oder kalt sie sich anfühlt.
Im diesem Kapitel geht es deshalb um die „gefühlte“ Lufttemperatur. Ihr erfahrt, warum Wind, Sonne oder Luftfeuchtigkeit unser Temperaturempfinden verändern und welche Auswirkungen extreme Hitze auf unsere Gesundheit haben kann.

Die „Gefühlte“ Temperatur

Warum fühlt sich das Wetter für jeden anders an?
Das liegt daran, dass wir nicht nur auf die Lufttemperatur (die das Thermometer misst) reagieren, sondern auch auf die „gefühlte“ Lufttemperatur.
Die „tatsächliche“ Lufttemperatur kann man mit einem Thermometer messen, die „Gefühlte“ Temperatur hängt von drei verschiedenen Faktoren ab:
- Das Wetter: Relevant ist, ob die Sonne strahlt, wie hoch die Luftfeuchtigkeit ist und wie gut der Schweiß deswegen verdunsten kann. Die Lufttemperatur und der Wind werden objektiv gemessen.
- Der Körper: Das Alter einer Person, wie fit man ist und der aktuelle Gesundheitszustand spielen eine Rolle. Der Körper versucht seine Temperatur stabil bei 37 Grad Celsius (°C) zu halten.
- Das Verhalten: Was man gerade tut (Aktivitäten, wie zum Beispiel Sport) und was man trägt (Kleidung), haben einen Einfluss auf das Temperaturempfinden.
Das bedeutet: Die gefühlte Temperatur ist eine individuelle Bewertung des Körpers. Sie sagt uns, wie das Wetter auf jedes Individuum wirkt.
Überprüft euer Wissen über die Faktoren!
der Albedo-Effekt
Einer der drei Faktoren, der die „gefühlte“ Temperatur beeinflusst, ist das Verhalten einer Person. Hierbei beziehen wir uns auf die Farbe eurer Klamotten, denn die hat eine Auswirkung auf die „gefühlte“ Temperatur.
Es gibt Unterschiede zwischen hellen und dunklen Klamotten, um mehr zu erfahren, lest Euch den blauen Informationskasten über den Albedo-Effekt durch.
Albedo-Effekt

Der Albedo-Effekt beschreibt, wie stark Oberflächen Sonnenlicht zurückwerfen.
Du kennst das bestimmt: Schwarze Kleidung wird an sonnigen Tagen oft schneller warm als weiße Kleidung. Das liegt daran, dass dunkle Farben mehr Sonnenenergie aufnehmen, während helle Farben mehr Licht zurückwerfen.
Helle Flächen wie Schnee oder Eis reflektieren viel Sonnenlicht. Sie bleiben deshalb eher kühl.
Dunkle Flächen wie Asphalt oder Straßen nehmen mehr Sonnenenergie auf. Dadurch werden sie wärmer und heizen ihre Umgebung auf.
Vergleicht nun Eure eigene Wahrnehmung!
Um zu verdeutlichen, dass sich die Wärmeempfindung von Mensch zu Mensch unterscheidet, haben wir ein kleines Experiment mitgebracht. Lest Euch den blauen Informationskasten über das Schwitzen durch, bevor ihr zum Experiment geht.
Schweiß und Schwitzen
Schwitzen ist eine Funktion des Körpers zur Regulierung der Körpertemperatur bei hohen Umgebungstemperaturen. Dabei wird Flüssigkeit (Schweiß) aus den Schweißdrüsen auf die Haut abgesondert. Durch das Prinzip der Verdunstungskälte kühlt die äußerste Hautschicht ab, zusätzlich kann Wind die Verdunstung des Schweißes beschleunigen.
Je schneller der Schweiß verdunstet, desto mehr Wärme kann eurer Haut entzogen werden.
24°C für die drei Menschen
Wie ihr bereits gelernt habt, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch, ob sich eine Temperatur angenehm, zu heiß oder zu kalt anfühlt. Die drei Faktoren, die ihr bereits kennengelernt habt, beeinflussen, wie unsere Körper das Wetter wahrnehmen.
Nun lernt ihr unterschiedliche Menschen und ihr Verhalten bei 24°C „tatsächlicher“ Lufttemperatur kennen.
Überlegt jeweils:
Wie könnte sich die Temperatur für die Person anfühlen?
Und welche Auswirkungen könnte das auf das Wohlbefinden oder die Gesundheit haben?
Das ist Sarah (32):
- Sie ist schwanger.
- zu warm für Sara
- meidet direkte Sonne

Das ist Wladimir (78):
- Er hat Rheuma.
- extrem warm
- bleibt zu Haus

Das ist Amaya (19):
- Sie ist Fußballspielerin.
- angenehme Temperatur
- gerne in der Sonne

Die Auswirkungen der Faktoren
In der Wissenschaft nutzen wir Modelle um uns Zusammenhänge zwischen den Faktoren zu verdeutlichen. Diese Modelle kann man verändern, in der Fachsprache nennt man das Modellieren. Ihr sollt nun Modellieren, nutzt dafür die Schieberegler an den Faktoren und achtet auf die Veränderung an der Skala. Vielleicht könnt ihr anhand der Skala erkennen warum die Personen aus der vorherigen Aufgabe so unterschiedlich mit dem Wetter umgehen.
Keine thermische Belastung
Persönliche Faktoren zeigen, warum derselbe Wetterwert je nach Person, Aktivität, Kleidung oder Gesundheit unterschiedlich belastend sein kann.
Die „gefühlte“ Temperatur für heute:
Nicht nur die Wetter-App auf euren iPads kann euch die „gefühlte“ Temperatur ansagen, es gibt auch Websites, die sogar für ganz Zentraleuropa die „gefühlte“ Temperatur berechnen.
Wenn ihr auf den folgenden Button klickt, dann kommt ihr auf die Website des Deutschen Wetterdienstes. Dort findet ihr auf der linken Seite tagesaktuelle Vorhersagen für die „Gefühlte Temperatur“. Ihr werdet dann unter der Karte eine Skala sehen, mit der ihr die „gefühlte“ Temperatur ablesen könnt.
*ich wollte mal testen, ob sich die Grafik automatisch aktualisiert. Stand: 04.06.2026 als ich es eingebunden habe
Kommt nach eurem kleinen Exkurs zurück in die Lerneinheit.

